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Rüschhaus, Droste-Sommer, © Stephan Sagurna

Vergangene Events und Ausstellungen der Droste-Forschungsstelle

Hier finden Sie vergangene Projekte, Publikationen und Veranstaltungen der Droste-Forschungsstelle.

Ausstellungen

Westfälischer Droste-Sommer: "Süße Ruh', süßer Taumel im Gras"

Projekt: Droste-Gedichte hören | sehen | begehen | erleben Westfälischer Droste-Sommer 2013
Zeit: 15.06.2013 bis 29.09.2013
Orte: Burg Hülshoff, Abtei Marienmünster, Haus Rüschhaus
Projektgruppe Droste-Sommer 2013: Droste-Forum e.V., Droste-Gesellschaft e.V., LWL-Literaturkommission für Westfalen/Droste-Forschungsstelle
In Kooperation mit: Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung
Projektteam: Jochen Grywatsch (Idee, Konzept, Texte), Jens Kloster (Konzept, Texte), Ortrun Niethammer (Konzept, Didaktikbeilage), Robert Ward (Gestaltung), Anna-Lena Böttcher (Mitarbeit)
Gestaltung: Award Associates (Grafikdesign, Szenografie, Katalogdesign), Michael Krybus (Katalogdesign, Visualisierungen)

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Beschreibung: Literatur nicht nur hören und sehen, sondern erleben und neu erfahren – das ermöglicht die innovative Literaturausstellung „Süße Ruh', süßer Taumel im Gras". Drei Gedichte Annette von Droste-Hülshoffs werden in drei inszenierten Literaturpavillons regelrecht begehbar gemacht. Die Gedichte im Zentrum der Ausstellung gehören gleichzeitig zu ihren bekanntesten Texten: „Der Knabe im Moor", „Am Thurme" und „Im Grase". Die multimedial-interaktive Installation rückt drei zentrale Aspekte in den Fokus, die charakteristisch sind für Droste und ihr Werk. In den Themen ‚Verunsicherung', ‚poetische Entgrenzung' und ‚Dichter-Identität' sind wesentliche Grundaspekte ihres künstlerischen Seins angesprochen. Ohne sie darauf reduzieren zu wollen, mit dem Dreischritt der ausgewählten Gedichte wird ein Bogen über die schöpferische Existenz Annette von Drostes geschlagen.

Das Projekt findet im Kontext des Literaturfestivals literaturland westfalen [lila we:] statt.

Zimmer frei... 10 Modelle für ein Droste-Museum

Projekt: Szenische Räume statt Flachware. Neue Wege der Literaturausstellung – für Annette von Droste-Hülshoff
Zeit: 14.04. bis 20.04.2010
Ort: Foyer des Landeshauses

Beschreibung: Kann man das überhaupt, Literatur anregend, erlebnisreich und spannend ausstellen? An dieser Kernfrage hat sich schon manches Museumsteam die Zähne ausgebissen. Zweifellos ein schwieriges und anspruchsvolles Unterfangen. Denn Literatur ist per se nicht fürs Museum bestimmt; sie vollendet sich erst im Akt des Lesens, in der Phantasie des Lesers. Und die lässt sich schwerlich in eine Vitrine stecken.
„Aber sie lässt sich übertragen und gestalten in szenischen Raumbildern, die wiederum Betrachter und Besucher inspirieren und hineinholen in eine sinnlich erfahrbar und begehbar gemachte Literatur“, so die Kulturdezernentin des LWL, Frau Dr. Barbara Rüschoff-Thale. Gezeigt wird dies in einer innovativen Präsentation, die entwickelt wurde für die Weltautorin aus dem Münsterland, für Annette von Droste-Hülshoff. Von Mittwoch, den 14.04. bis Dienstag, den 20.04.2010 präsentiert der LWL im neu gestalteten Foyer des Landeshauses insgesamt zehn innovative Modelle und Entwürfe von Ausstellungspavillons, die unter verschiedenen thematischen Gesichtspunkten das Leben und das Schreiben der Droste fokussieren.
Ergänzt werden die von fünf Studentinnen entworfenen und eigens gebauten Modelle durch je ein großformatiges Projektbuch, das die Museumsideen in Bild und Text vorstellt. In der Tat, hier werden neue Ausstellungshorizonte aufgerissen. Die klassische Präsentationskiste des Museums, die Vitrine, kommt nur noch ganz begrenzt und gezielt zum Einsatz.
Dahinter steht eine Zukunftsvision für die Neunutzung der Burg Hülshoff, das Geburtshaus der Dichterin vor den Toren Münsters. Wenn hier ein kultureller Ort, ein Literaturort entstehen soll, der Strahlkraft weit über das Land hinaus entfaltet, dann ist es nicht nur aus der Sicht der Lokalpatrioten eine Selbstverständlichkeit, dass im Zentrum die literarische Ikone der Region stehen muss.
Die Modelle entstanden in einem Seminar des Master-Studiengangs Bühnenbild_Szenischer Raum der Technischen Universität Berlin in Zusammenarbeit mit der LWL-Literaturkommission für Westfalen. Entwickelt wurden neue szenographische Kompositionen, die sich durch ein harmonisches Zusammenspiel von Form und Inhalt und der Gestaltungselemente Raum, Graphik, Licht und Medien auszeichnen.
Eine anregende Schau, die zeigt, was möglich wäre und in welche Richtung Ausstellungsplanungen heute gehen.

Publikation: Zimmer Frei. Zehn museale Entwürfe für Annette von Droste-Hülshoff. Neue Wege der Literaturausstellung. Hg. von Jochen Grywatsch. Bielefeld: Aisthesis 2011, 161 S.

Literatur anregend, erlebnisreich und spannend ausstellen, kann man das überhaupt?

Denn Literatur ist per se nicht fürs Museum bestimmt; sie vollendet sich erst im Akt des Lesens, in der Phantasie des Lesers. Und die lässt sich schwerlich in eine Vitrine stecken.
Der vorliegende Katalog versammelt zehn Ausstellungsideen zu Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) im fortgeschrittenen Konzeptstadium. Die Entwürfe dokumentieren spezifische Ausstellungsarchitekturen, die unter verschiedenen thematischen Gesichtspunkten Leben und Schreiben der bedeutenden Autorin aus Westfalen fokussieren.

Dabei werden ungewöhnliche und innovative Zugänge geschaffen, die für den Bereich der Literaturausstellung neue Horizonte aufzeigen und insbesondere eins deutlich machen: Für museale Zwecke lässt sich Literatur übertragen und gestalten in szenischen Raumbildern, die Besucher inspirieren und hineinziehen in einen sinnlich erfahrbar gemachten Kosmos der Worte.

›Die Reise nach dem Mond‹ - Annette von Droste-Hülshoff im Rheinland.

Projekt: Eine Ausstellung des StadtMuseum Bonn in Zusammenarbeit mit dem Heinrich-Heine Institut Düsseldorf und der LWL-Literaturkommission für Westfalen
Zeit/Ort: Bonn, Ernst-Moritz-Arndt-Haus: 28. 5. bis 27.7.2008; Düsseldorf, Heinrich Heine Institut: 17.8 bis 8.9.2008; Oelde, Haus Nottbeck: 3.10. bis 16.11.2008
Organisation, Vorbereitung und Durchführung: Ingrid Bodsch in Verbindung mit Cornelia Ilbrig, Jochen Grywatsch und Bernd Kortländer

Beschreibung: Die Wanderausstellung ermöglicht einen neuen Zugang zu "Deutschlands größter Dichterin". Die oft als bieder und rückständig bezeichnete Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) unternahm in der 1820er- und 1830er Jahren mehrere Reisen in das Rheinland, die sie unter anderem nach Köln, Bonn und Koblenz führten. Dort lernte sie ein abwechlungsreiches und öffentliches Leben kennen, wie ihre Teilnahme am Kölner Karneval unter dem Motto "Fahrt nach dem Monde" im Februar 1826 illustriert.
Bei ihren Aufenthalten im Rheinland hatte sie die Möglichkeit, sich mit gebildeten Zeitgenossen ihrer Zeit auszutauschen und fand dort Anerkennung und Unterstützung für ihre schriftstellerische Tätigkeit.
Im Vergleich zu der Enge ihrer Familie und der westfälischen Adelswelt bedeuteten diese Aufenthalte für Annette von Droste-Hülshoff Geselligkeit, Offenheit und geistige Freiheit. Die Ausstellung beleuchtet das idealisierte Rheinlandbild der Droste, ihre Begegnungen und Erlebnisse dort und die Spuren, die diese Reisen in ihrem Werk hinterließen. Stücke aus großen rheinischen Archiven und Museen, selten gezeigte Leihgaben aus dem Familienbesitz Haus Stapel, sowie der Familie von Droste-Hülshoff und aus Münsteraner Bibliotheken und Archiven bringen dabei Kontur in einen bisher wenig beachteten Aspekt im Leben und Werk der Dichterin.

Ermöglicht durch die Unterstützung des Fördervereins des StadtMuseum Bonn e.V. und besonders der NRW-Stiftung Natur . Heimat . Kultur

Publikation: ›Die Reise nach dem Mond‹. Annette von Droste-Hülshoff im Rheinland. [Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung]. Hg. und bearb. von Ingrid Bodsch in Verbindung mit Cornelia Ilbrig, Jochen Grywatsch und Bernd Kortländer. Bonn 2008.

Mit Beiträgen von: Thomas Becker, Ingrid Bodsch, Norbert M. Borengässer, Walter Gödden, Jochen Grywatsch, Cornelia Ilbrig, Monica Klaus, Bernd Kortländer, Joseph A. Kruse, Clemens Looz von Corswarem, Ortrun Niethammer, Enno Stahl, Angela Steidele und Matthias von der Bank

Droste (Second sight)

Projekt: Zwei künstlerische Perspektiven auf Annette von Droste-Hülshoff im Museum für Westfälische Literatur. Ausstellung von Aribert von Ostrowski. Literarisches Kammerkonzert von Bernd von Ostrowski mit Droste-Rezitationen von Sabine Negulescu
Zeit: 1.09. bis 5.11.2006
Ort: Kulturgut Haus Nottbeck, Oelde

Beschreibung: "Droste (Second sight)" nennt Aribert von Ostrowski seine Ausstellung im Museum für Westfälische Literatur, die er auf Einladung der Literaturkommission für Westfalen entwickelt hat. Er bezieht sich dabei, wie bereits in seiner Meersburger Ausstellung "The Nest. Annette lacht." von 2005, auf die Autorin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848). Dass das "(Second sight)" des aktuellen Ausstellungstitels (einschließlich Klammern!) dem Titel des Droste-Gedichtes "Vorgeschichte (Second sight)" entspricht, ist nur eine der in der Ausstellung aufgeworfenen Implikationen. Indem Ostrowski "Vorgeschichte" im Sinne der Montage durch "Droste" ersetzt, verfährt er methodisch vergleichbar zu vielen seiner Zeichnungen, Bildern und Installationen.

Die Ausstellung ist vom 1. September bis zum 5. November auf dem Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde zu sehen. Ein literarisches Kammerkonzert bereichert die künstlerische Auseinandersetzung mit Annette von Droste-Hülshoff auf eine einzigartige Weise. Der Kontrabassist Bernd von Ostrowski hat drei Musikstücke der Droste zu eigenen Kompositionen umgesetzt, die er zur Eröffnung der Ausstellung seines Bruders am 1. September zu Gehör bringt. Dazu rezitiert die Schauspielerin Sabine Negulescu Gedichte der bedeutendsten Dichterin Westfalens.

Aribert von Ostrowskis künstlerische Arbeiten thematisieren die Verunsicherungen im Prozess der Verortung des Subjekts in der Welt. Sie entwerfen Stadien eines Ich, das gezwungen ist, sich in der irritierenden Vielfalt des postmodernen Lebens zurechtzufinden. Das entspricht den literarischen Bildern der Droste, bei der häufig ein tief verunsichertes Ich spricht, das nach Orientierung sucht in einer als diffus und brüchig empfundenen Zwischenwelt. Die Autorin formuliert in ihren Texten die Erschütterung der vertrauten Verhältnisse, die Verwirrung der Wahrnehmung, den Verlust des festen Bodens. So fokussieren ihre Werke, ähnlich wie es für Ostrowski gilt, vor allem den Prozess der Veränderung, der Transformation. Die Auseinandersetzung Ostrowskis mit dem Droste-Werk kulminiert in dem vielfach gestalteten Bild der Gottesanbeterin, jenem seltsam anmutenden Insekt, das in kontemplativ andächtigen Haltungen innehält und so verschiedene Stadien des Ich auszudrücken scheint. Hier fühlt sich der Betrachter unwillkürlich erinnert an das bekannte Droste-Gedicht "Das Spiegelbild", in dem sich das lyrische Ich mit seinen nicht-manifesten Varianten konfrontiert sieht. Ostrowskis Entwürfe unterschiedlicher Zustands-Stufen spiegeln den Prozess des Wandels, und dabei gilt sein Interesse dem mutierenden 'point of view', der sich stets verschiebenden Perspektive. Die Ausstellung "Droste (Second sight)" umfasst eine Reihe unterschiedlicher Bildserien und Zeichnungsfolgen, die in ihrem stark skripturalen Gestus als Reflex auf Drostes Gedichte gelesen werden können, dazu diverse großformatige Arbeiten, Collagen und Aquarellzeichnungen.

Insgesamt eine ebenso anregende wie mutige Auseinandersetzung, die den Brückenschlag wagt zwischen Biedermeier, Realismus und Postmoderne, zwischen dem Künstler-Ich des 19. und des 21. Jahrhunderts, zwischen Text und Bild - ein Beispiel dafür, wie sich durch den inspirierten Dialog zwischen Kunst und Literatur, Gegenwart und Vergangenheit überraschende neue Lesarten ergeben können.

Künstlerprofile

Aribert von Ostrowski: Das künstlerische Werk Aribert von Ostrowskis bewegt sich zwischen opulenter bildnerischer Varianz und konzentrierter graphischer Reduktion. Vielen seiner Arbeiten ist ein besonderes Interesse an der Beziehung von Zeichen, Wort und Darstellung zu Eigen, als sich darin die Frage nach der Schnittmenge von gesellschaftlicher Aussagekraft und künstlerischem 'Individualismus' zuspitzt. Stets setzt Ostrowski einen denkaktiven Betrachter voraus. Seine Arbeitsweise erzeugt eine Art 'produktiven Mangel', der vom Rezipienten ein Zu-Ende-Denken verlangt. Der Künstler Aribert von Ostrowski wurde 1953 im nordhessischen Günsterode geboren und lebt heute in Berlin. Seine Kindheit verbrachte er in einem Dorf bei Göttingen und wuchs später im westfälischen Gronau auf. Nach dem Studium an der Münchener Kunstakademie wurde er in den 1980er Jahren mit zahlreichen Projekten überregional bekannt. Neben architektur- und ortsbezogenen Arbeiten, zeichen- und modellhaften Skulpturen, Collagen sowie Installationen produzierte Ostrowski seit jeher Bildserien in Form von kleinformatigen Zeichnungen. In ihnen manifestiert sich ein künstlerisches Denken in Bildern, das – aus der postmodernen Erfahrung kommend - nach neuen Orientierungen des Ich sucht. Dabei bezeichnen seine Arbeiten niemals eine bestimmte Sicht, sondern erzeugen eine Vielfalt von Ansichten und betonen das Prozessuale der künstlerischen Erfindung und der Anschauung. Wie aus einem großen Gedankenpool scheinen seine kleinformatigen, oft auf den Blättern eines Notizkalenderbuches fixierten Zeichnungsserien zu entstehen. Sie entwerfen ein vielfaches Bild, wenden es, variieren und entwickeln es und lassen auf diese Weise unterschwellig wirkende Strukturen und Zusammenhänge erkennbar werden.

Bernd von Ostrowski: Der Kontrabassist Bernd von Ostrowski, geb. 1956, ist wie sein Bruder Aribert u.a. im westfälischen Gronau aufgewachsen und lebt heute in Hamburg. Nach der klassischen Ausbildung auf dem Bass studierte er in den USA bei Größen des Jazz wie Ornette Coleman, Charlie Haden und Don Cherry. Stark beeinflusst ist er von dem zeitgenössischen italienischen Bass-Virtuosen und Komponisten Fernando Grillo. So reiht sich Ostrowski ein unter diejenigen Künstler, die den Bass, der seine Ursprünge im Barock hat, im Verlauf des 20. Jahrhunderts stark nach vorn gespielt haben. Bernd von Ostrowski bereichert das Droste-Projekt durch einen ebenso interessanten wie ungewöhnlichen Aspekt, der in seiner Form einzigartig ist. Der Musiker hat drei Stücke Annette von Droste-Hülshoffs zu eigenen Kompositionen umgesetzt, die er allein auf dem Kontrabass intoniert. Ostrowskis 'Verarbeitungen' beziehen sich stark auf einen sprachlichen Aspekt der Musik. Sie betonen Impulse des Erzählens und transformieren die emotionale Sprache der Droste-Liedkompositionen durch neue Konnotationsbezüge. Erzeugt wird ein sprachlicher Musikduktus, der manchmal als Rückkoppelung, manchmal wie eine Art Morseschrift funktioniert. Motive aus Droste-Stücken werden so in neue rhythmische und klangliche Formen übersetzt.

Sabine Negulescu: Die in Siegen geborene Rezitatorin Sabine Negulescu ist nach 15-jährigem Aufenthalt in Paris ins Westfälische zurückgekehrt. Als Schauspielerin war sie in zahlreichen Theaterproduktionen in Deutschland und Frankreich tätig. Anlässlich der Ausstellung Aribert von Ostrowskis "Droste (Second sight)" erscheint in Kürze ein Booklet mit Farbabbildungen von Zeichnungen in Originalgröße, ergänzt durch den Abdruck von Droste-Gedichten sowie einen einführenden Text von Jochen Grywatsch. Dem Booklet ist eine CD eingelegt mit den Einspielungen Bernd von Ostrowskis „Drei Stücke für Kontrabass allein nach Originalkompositionen der Annette von Droste-Hülshoff“ sowie Rezitationen von Droste-Gedichten von Sabine Negulescu.

Publikation: Ostrowski, Aribert von: Droste (Second sight). Eine Ausstellung im Museum für Westfälische Literatur (Nottbeck). Hg. von Jochen Grywatsch. Bielefeld: Aisthesis 2007, 64 S.

Der vorliegende Katalog mit CD entstand anlässlich der von der Literaturkommission für Westfalen angeregten Ausstellung »Droste (Second sight)« von Aribert von Ostrowski, die vom 1. September bis zum 5. November 2006 im Museum für Westfälische Literatur in Oelde-Stromberg zu sehen war. Das Konzert »Drei Stücke für Kontrabass allein nach Originalkompositionen der Annette von Droste-Hülshoff« von Bernd von Ostrowski bildete zusammen mit Rezitationen von Droste-Gedichten durch die Schauspielerin Sabine Negulescu den Auftakt einer perspektivenreichen Auseinandersetzung mit dem Werk der Annette von Droste-Hülshoff auf dem Kulturgut Haus Nottbeck.

Eine literarische Gesellschaft im 20. Jahrhundert

Projekt: 75 Jahre Annette von Droste-Gesellschaft (1928-2003)
Zeit: 05.12.2003-16.01.2004; Öffnungszeiten: Di bis Fr: 14:00-18:00 Uhr
Eröffnung: 4. Dezember 2003, 16.00 Uhr
Ort: Universitäts- und Landesbibliothek Münster, Pavillon
Weitere Stationen: Meersburg, Neues Schloss (14.5.-27.6.2004) Bökendorf bei Brakel, Schloss Bökerhof (29.8.-17.10.2004) Osnabrück, Universitätsbibliothek (2.12.04-17.01.2005) Lübeck, Buddenbrookhaus (24.9.-5.11.2005)
Konzeption: Dr. Jochen Grywatsch
Gestaltung: Uwe Clephas, info@designversorgung.de
Mitarbeit: Claudia Röser, Patrick Schmitz, Lily Tonger-Erk
Förderung: Die Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. die Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster e.V.

Publikation: Eine literarische Gesellschaft im 20. Jahrhundert. 75 Jahre Annette vonDroste-Gesellschaft in Münster (1928-2003). Hrsg. von Jochen Grywatsch und Ortrun Niethammer. Bielefeld: Aisthesis 2003.

Maßgeblich sorgen literarische Gesellschaften dafür, das Interesse an Literatur wach zu erhalten und durch neue Initiativen zu beleben.Sie tun dies durch Lesungen, Vorträge, Tagungen, durch Ausstellungen, Museen und Archive, durch Veröffentlichungen, Jahrbücher und Ausgaben.
Die Annette von Droste-Gesellschaft (Münster), die erste derartige Vereinigung, die sich einer Autorin widmet, besteht 2003 seit 75 Jahren. Dieses Jubiläum ist Anlass, zurückzublicken auf die in manchen Teilen unaufgearbeitete Geschichte einer Institution, die in der Kulturlandschaft Westfalens stets einen besonderen Platz eingenommen hat. Eckpunkte des Interesses sind die Funktionalisierung der Gesellschaft im Rahmen der nationalsozialistischen Kulturpolitik, über die bisher nur wenig bekannt war, sowie die stets enge Verbindung mit der Universitätsgermanistik in Münster. Dazu kommen die Würdigung herausragender Projekte, die die Gesellschaft initiiert und gefördert hat, wie das ‚Lyrikertreffen Münster ‘und die ‚Historisch-kritische Droste-Ausgabe ‘.Gleichzeitig geht es um die Frage einer Neu-Profilierung unter den stark veränderten Bedingungen der Gegenwart.
Der Band umfasst aufschlussreiche Ein-und Rückblicke, literarische Verarbeitungen und ironische Brechungen, anregende Ausblicke sowie eine Vielzahl von Abbildungen als Dokumentation der Jubiläumsausstellung.

Tagungen

»Aus der Ferne klingts wie Heimathslieder«

Titel: Zum literaturgeschichtlichen Ort Annette von Droste-Hülshoffs und der ‚konservativen‘ Autoren in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Tagung der LWL-Literaturkommission für Westfalen, der Annette-von-Droste-Gesellschaft und der Akademie Franz Hitze Haus Münster
Zeit: 26.–28. März 2015
Ort: Akademie Franz-Hitze-Haus, Münster
Konzeption und Durchführung: Dr. Jochen Grywatsch, Dr. Rüdiger Nutt-Kofoth, Gabriele Osthues, M.A.

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Beschreibung: Die Tagung behandelt einen blinden Fleck bzw. ein offenes Problem der Literaturgeschichte für die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts, das sich durch jüngere Perspektiven auf die fraglichen Autoren, insbesondere auf Annette von Droste-Hülshoff, weiter potenziert hat. Nachgegangen wird der literarhistorischen Verortung der ‚konservativen‘, der sog. ‚Biedermeierautoren‘ bzw. jener Autoren, die sich in der Zeit 1820/30–1850 nicht dem Jungen Deutschland bzw. dem Vormärz zuschlagen lassen. Im Mittelpunkt steht Annette von Droste-Hülshoff, doch soll auch die literarhistorische Konstellation der Zeit insgesamt in den Blick genommen werden. Untersucht werden soll, ob die herkömmlichen Vorstellungen von den ‚konservativen‘ ‚Bieder-meier‘-Autoren tatsächlich zutreffen, ob sich eine solche Autorengruppe literaturgeschichtlich konsistent fassen lässt und welche Auswirkungen solche Überlegungen auf die literaturgeschichtliche Beschreibung der sog. ‚Restaurationszeit‘ haben, deren literarhistorische Epochensignaturen bis heute umstritten sind.

Programmpunkt: Droste und Aichinger im Lied
»Zufluchtsort Poesie« nannte Robert Schumann im Jahre 1849 sein kompositorisches Schaffen. »Zufluchtsort Poesie« ist auch das Leitmotiv dieses Konzertes. Eingerahmt durch »Fünf Stücke im Volkston« von Robert Schumann für Cello und Klavier, eben aus diesem Jahr 1849, und Debussys Sonate für Cello und Klavier erklingen im ersten Teil des Konzertes Werke von Komponisten zu Lebzeiten der Annette von Droste-Hülshoff: Schumann, Brahms, Schubert.
Der zweite Teil des Konzertes wird mit Villa-Lobos und Piazzolla »südamerikanisch« eröffnet, bevor die musikalische Reise über Bartók zurück nach Europa geht. Drei Liedvertonungen von Annette von Droste-Hülshoff nach Texten von Johann Wolfgang von Goethe leiten über in die Uraufführung »Was bleibt« von Matthias Bonitz nach Gedichten von Ilse Aichinger und Annette von Droste-Hülshoff. Die Kombination eines Gedichtes der Droste mit einem zeitgenössischen Gedicht, hier zwei Gedichte von Ilse Aichinger, in einer zeitgenössischen Vertonung bildet den besonderen Reiz dieser Premiere.

Zeit-Szenen, Zeit-Krisen.

Titel: Zur Literatur der Annette von Droste-Hülshoff und der „Biedermeier“-Epoche
Tagung der LWL-Literaturkommission und der Annette von Droste-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Germanistischen Institut der Universität Münster
Zeit: 01. bis 03. April 2011
Ort: Akademie Franz-Hitze-Haus, Münster.
Konzeption und Durchführung: Prof. Dr. Cornelia Blasberg, Dr. Jochen Grywatsch

Beschreibung: Die geplante Tagung „Zeit-Szenen. Zeit-Krisen“ setzt neue Akzente, indem sie die sog. „Biedermeier“-Literatur als Anschauungs- und Reflexionsraum für die fundamentale, von Industrie- und Technikgeschichte sehr einseitig als Beschleunigungskrise aufgewiesene Problematik von Zeit und Zeitlichkeit entdecken will.
Im Zentrum der Forschungsbeiträge soll das literarische Werk der Annette von Droste-Hülshoff stehen, es ist aber angestrebt, ihre Texte im Horizont einer buchstäblich verstandenen „Zeit“-Genossenschaft zu lesen, deren Problemstellung Immermann und Heine, Freiligrath und Hebbel, Stifter, Grillparzer, Gotthelf und andere gleichermaßen betrifft. Die dem Tagungsthema zugrunde liegende These lautet, dass diese Autoren ihren Texten zwar nicht den Rhythmus und das Design einer Welt im Beschleunigungsrausch verordneten, dass sie von ihnen aber sehr wohl die Reflexion auf Zeit als ein jeder Selbstverständlichkeit und Alltagsgewissheit entblößtes Phänomen abverlangten, ein Phänomen, das, selber als Objekt des Erkennens partout nicht greifbar, doch in allen diesen Objekten präsent ist und sogar den Prozess des Erkennens prägt.

Programmpunkt: „In meiner Träume Zauberturm“
Texte und Kompositionen der Annette von Droste-Hülshoff im Dialog mit modernen Vertonungen von Burkhard Mohr: Abendveranstaltung im Rahmen der Tagung Zeit-Szenen, Zeit-Krisen. Zur Literatur der Annette von Droste-Hülshoff und der „Biedermeier“-Epoche der LWL-Literaturkommission für Westfalen und der Annette von Droste-Gesellschaft e.V., 01.-03. April 2011, Münster. Rezitation: Sabine Negulescu (Münster) Sopran: Marlene Schober (Wiesbaden) Komposition und Klavier: Burkhard Mohr (Wiesbaden) Liedkompositionen der Annette von Droste-Hülshoff »Offene Tafel« (Text: Goethe) »Farben sind genug beisammen« (Text: Haugwitz) Rezitation »Mondesaufgang« »Im Grase« »Der Weiher« Vertonungen von Droste-Gedichten (B. Mohr Droste-Hülshoff-Lieder (1996) »Brennende Liebe« »Der Todesengel« »Kinder am Ufer« (3 Varianten) 1. sehr romantisch und unbefangen 2. mit Permutationen 3. ein Treffen mit Meredith Monk und Arnold Schönberg Rezitation »Das Spiegelbild« »Im Moose« »Die Mergelgrube« Vertonungen von Droste-Gedichten (B. Mohr) Zwei Garten-Gesänge der Droste (2008) »Blumentod« »Das Schilf« Rezitation »Die Taxuswand« »Spätes Erwachen« Liedkompositionen der Annette von Droste-Hülshoff »Schön und lieb« »Reihenlied«

Cornelia Blasberg in Verbindung mit Jochen Grywatsch (Hg.): ZwischenZeiten. Zur Poetik der Zeitlichkeit in der Literatur der Annette von Droste-Hülshoff und der ›Biedermeier‹-Epoche

Hannover: Wehrhahn 2013.

ISBN 978-3-86525-322-4

Mit Beiträgen von: Cornelia Blasberg, Walter Erhart, Markus Fauser, Jürgen Gunia, Jochen Grywatsch, Claudia Liebrand, Anke Kramer, Rüdiger Nutt-Kofoth, Marcus Twellmann, Barbara Thums, Peter Schnyder und Ulrike Vedder

Im Bewusstsein der Gegenwart hat das Paradigma der ›Beschleunigung‹ einen zentralen Platz erobert. Die aktuelle Fülle philosophischer und kulturwissenschaftlicher Studien dokumentiert, dass die teils faszinierende, teils bedrohlich wirkende Erfahrung einer unwiderruflich aus den Fugen geratenen Zeit fachlicher Erkundung und gesellschaftlicher Diskussion bedarf. Vor dem Hintergrund der neuen Aufmerksamkeit für das Phänomen ›Zeit‹ wird zweierlei deutlich: dass ›Zeit‹ keine vorgegebene Größe, sondern Produkt kultureller Verhandlungen ist, und dass viele heutige Überlegungen prominente Vorläufer um 1900 und im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts hatten. Heinrich Heines berühmtes Diktum, dass die Eisenbahn Raum und Zeit vernichte, ist nur ein Beleg dafür. Die These, unter der die Beiträge in diesem Band versammelt sind, lautet demnach: Die Literatur der sog. »Biedermeier«-Epoche muss neu gelesen und interpretiert werden, indem ihr vorgeblicher Quietismus als Ausdruck sich gegenseitig neutralisierender Spannungen, als Ergebnis einer Auseinandersetzung mit einer alle Lebensbereiche durchziehenden Temporalisierung und, damit einhergehend, dem Verlust gewohnter Orientierungsmöglichkeiten in Zeit und Raum begriffen wird.

Der vorliegende Band dokumentiert das Kolloquium »Zeit-Szenen. Zeit-Krisen. Zur Literatur der Annette von Droste-Hülshoff und der ›Biedermeier‹-Epoche«, das im April 2011 in Münster stattfand. Unter wechselnden Schwerpunktsetzungen gehen die Beiträge der Frage nach, wie literarische Texte die fundamentale Zeitkrise nach 1800 aufgreifen, welche wissenschaftlichen und philosophischen Diskurse (etwa aus den Bereichen der Geologie, der Paläontologie, der Traumforschung, des Erbschaftsrechts usw.) sie dabei zu Rate ziehen, wie überhaupt eine literarische Darstellung beschaffen sein kann, die nicht nur ihren Lesern neue Konzepte von Zeit anbietet, sondern die ihre eigene formale Struktur grundlegend ›temporalisieren‹ muss. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht das literarische Werk der Annette von Droste-Hülshoff, dessen Modernität sich in all seiner Widersprüchlichkeit durch vielfältige Seitenblicke auf zeitgenössische Texte in besonderer Weise erschließt. So bietet der Band aktuelle literaturwissenschaftliche Forschungsbeiträge zu Texten der berühmtesten Autorin des 19. Jahrhunderts und kann zudem als Kompendium gelesen werden, das aus kulturwissenschaftlicher Perspektive Aufschluss über das immer wieder neu zu reflektierende und gestaltende Problem ›Zeit‹ gibt.

Raum. Ort. Topographien der Annette von Droste-Hülshoff.

Titel: Tagung und Begleitband der Literaturkommission für Westfalen und der Annette von Droste-Gesellschaft in Verbindung mit der Stadt Meersburg
Zeit: 17. bis 20. Mai 2007
Ort: Neues Schloss Meersburg

Beschreibung: Das Topographische, der Bezug auf Räume und Orte, auf Regionen und Landschaften, hat seit einigen Jahren in unterschiedlichen Disziplinen neue Aufmerksamkeit erlangt. Nicht nur in den Kultur-, den Sozial- und den Geowissenschaften, auch in den Geschichts- und den Medienwissenschaften ebenso wie in einer allgemeinen öffentlichen Diskussion ist die Kategorie ‚Raum’ in vielfältiger Weise zum Thema geworden. Nachdem noch vor wenigen Jahren im Kontext von Globalisierung und digitaler Revolution vom 'Verschwinden des Raumes' (Virilio) und vom 'Ende der Geographie' (Flusser) gesprochen wurde, hat seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert ein neues Raumparadigma besonderen Stellenwert erlangt. In beinahe allen kultur- und gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen ist eine unübersehbare Renaissance raumtheoretischer Fragestellungen bzw. von Diskursen der Verräumlichung zu beobachten. Die Kategorien 'Raum' und 'Räumlichkeit' sind – nicht zuletzt durch die massiven globalen geopolitischen Veränderungen - überall stark ins Blickfeld gerückt. Dabei stehen verschiedene theoretische Konzeptionen nebeneinander und tragen durchaus unterschiedliche Labels. 2002 hat Sigrid Weigel für die Kulturwissenschaften den "topographical turn" proklamiert, während der Historiker Karl Schögel 2003 in der Nachfolge des Sozialwissenschaftlers Edward Soja (1996) den "spatial turn" postulierte, und kürzlich hat der Medienwissenschaftler Stephan Günzel 2005 den "topological turn" formuliert. Unabhängig von der Benennung, viele Schritte zu einem transdisziplinären Theoriegebäude sind bereits vollzogen. Auch in der Literaturwissenschaft, in der Untersuchungen unter der Kategorie 'Räumlichkeit' seit langem etabliert sind, hat die aktuelle interdisziplinäre Topographiediskussion zu einer starken Neu-Fokussierung auf Fragen nach der Beziehung von Literatur und Raum geführt und gleichzeitig eine Neudefinition des Verhältnisses von Literaturwissenschaft und Raumtheorie befördert. Das germanistische Symposion der DFG 2004 stand unter dem Thema "Topographien der Literatur", für das der Herausgeber Hartmut Böhme in seiner Einleitung formuliert: "Kulturen sind <...> zuerst Topographien, Raumkerbungen, Raumschriften, Raumzeichnungen." Dabei ist Raum nicht einfach gegeben, sondern entsteht erst - durch Aneignung, durch Mühe und Arbeit, durch die Bewegung, durch den Körper. Die vieldiskutierte Wende zum Raum beruht also auf der Annahme, dass Raum nicht einfach da ist, sondern konstituiert wird und erfahren werden muss. Nicht der natürliche, physikalische Raum als Ausdehnung und universaler 'Behälter' aller Dinge bestimmt das Untersuchungsinteresse, sondern Raum als eine kulturell konstruierte und determinierte sowie historisch veränderbare Kategorie. Einer in dieser Weise definierten topographischen Akzentuierung nach können räumliche Konfigurationen ausdrücklich die Basis der Analysen kultureller Formationen bilden. Dabei können Topographien vielfältig verstanden werden: als Aufzeichnungssysteme, als Ordnungsverfahren, als Repräsentationen, als Verortungen, als Darstellungen, als Orientierungen. Aktuell gehört der starke Bezug auf Raum und Ort sicher zu den interessantesten und aufschlussreichsten Tendenzen in der zeitgenössischen europäischen Literatur, in der sich eine veränderte Sicht auf unsere Gegenwart manifestiert. Wichtigste Ursache hierfür sind die rapiden und gravierenden Umbrüche auf dem Kontinent an der Schwelle des 21. Jahrhunderts, zunächst in politisch-territorialer Hinsicht und in der Folge davon in allen gesellschaftlichen und kulturellen Bereichen. Die jüngere kontinentale Geschichte muss – das hat der Prozess der europäischen Einigung deutlich gemacht – neu geschrieben werden, sind doch die Wahrnehmungen und Auffassungen von vermeintlich identischer Geschichte in den verschiedenen Ländern und Kulturen unterschiedlich und disparat. Ihren Beitrag hierzu leisten viele aktuelle literarische Texte, Romane und Erzählungen, die sich Welt des Sichtbaren, des Räumlich-Erfahrbaren zuwenden, den Landschaften und Städtebildern, den Topographien der Zivilisation und der Zerstörung, den neuen Gefügen und den Ruinen, den geläufigen, den sich verändernden, den unbekannten und den neu zu entdeckenden Territorien. Das wichtigste Medium der Welterkundung ist dabei das Reisen. Die Bewegungsform des Flaneurs, des Bummlers, das langsame Sich-den-Raum-Aneignen wird zur Erfahrungsmethode, und ein rhapsodisch-essayistischer Ton kennzeichnet die literarischen Expeditionen und Streifzüge. Eine solche Symptomatik für das Europa am Beginn des 21. Jahrhunderts weist deutliche Analogien auf zu der Zeit der Annette von Droste-Hülshoff, zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Auch damals, im Spannungsfeld zwischen Revolution und Restauration, Biedermeier und Vormärz, bestimmten Brüche, Neuordnungen, Einschnitte und Transformationen maßgeblich die Signatur einer Epoche, in der – hervorgerufen durch die vielfältigen politisch-territorialen und tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen – kaum etwas Bestand hatte und Räume, Grenzen und Ordnungen einem raschen und ständigen Wandel unterzogen waren. Das Werk der Annette von Droste-Hülshoff ist in signifikanter Weise gekennzeichnet von Bezügen zu Räumen, zu Orten und zu Landschaften. Dieser Befund steht auch am Anfang einer Rezeptionsgeschichte, die einen engen Konnex zwischen Autorin und Region Westfalen zementiert hat und Droste plakative Zuschreibungen wie "Westfälische Heidenachtigall" (Freiligrath) und das Klischee einer weltfremden, konservativen Heimatdichterin einbrachte. Die Stilisierung der Autorin als Symbol- und Identifikationsfigur eines sich seit dem 19. Jahrhundert entfaltenden Westfalenbewusstseins ist geprägt von Harmonisierungsabsichten und Verklärungstendenzen, mit denen eine idyllisierend-romantisierende Droste-Sicht befördert wurde. Die auch in einem solchen Sinne 'topographische Droste' ist aber keinesfalls allein ein Erzeugnis spezifischer Rezeptionsprozesse. Sie selbst hat sich in literarischem Werk und Briefkorpus in vielerlei Hinsicht räumlich orientiert, expliziert und verortet; mannigfache Regionalbezüge und eine vielförmige Verarbeitung des Themas "Westfalen" sind offensichtlich. Das Regionalinteresse betrifft aber nicht allein die heimatliche Umgebung des Münsterlandes, sondern gleichermaßen diejenigen Orte und Regionen, die sich Droste als Reisende erschlossen hat. Dazu zählen als Teile Westfalens das Paderborner Land und das nördliche Sauerland, der Reiseweg des Rheins mit Köln und Bonn als Aufenthaltsorte sowie – ebenso prominent – die Bodenseeregion mit den Orten Meersburg und Eppishausen. Der Bezug zu Ort und Raum in seinen unterschiedlichen Formierungen ist oft unverzichtbare Voraussetzung für das Entstehen überdauernder Texte. Das betrifft sowohl ihre Lyrik als auch das Prosa- und das Briefwerk. Zu nennen sind die lyrischen Westfalen- und Bodenseebilder ebenso wie die landschaftsbezogenen Prosawerke "Bei uns zu Lande auf dem Lande", die "Westfälischen Schilderungen" und die "Judenbuche" sowie die Reiseschilderungen in ihrem Briefkorpus. Dabei haben ihre raum- und ortsbezogenen Texte eine zentrale Gemeinsamkeit: Sie stellen kaum einmal ein beschauliches, idyllisierend-affirmatives Landschaftsbild her, sondern es sind in sie stets die Brüche, die Irritationen und die Abgründe eingeschrieben. Auf der Grundlage dieser Überlegungen wird das Kolloquium den Repräsentationen, Motiven und Funktionen von Raum und Räumlichkeit in Leben und Werk der Annette von Droste-Hülshoff nachgehen und versuchen, deren Aneignung, Prägung und Wirksamkeit im Hinblick auf die Autorin neu zu konturieren. In der Perspektive eines spezifischen Raumblicks werden neue Erkenntnisse zu wesentlichen Aspekten ihres Lebens und Schaffens erwartet.

Publikation: Jochen Grywatsch (Hg.): Raum. Ort. Topographien der Annette von Droste-Hülshoff.

Hannover: Wehrhahn 2009.

ISBN 978-3-86525-117-6

Mit Beiträgen von: Cornelia Blasberg, Heinrich Detering, Ulrich Gaier, Jochen Grywatsch, Lothar Köhn, Claudia Liebrand, Rüdiger Nutt-Kofoth, Ute Obhof, Ernst Ribbat, Franz Schwarzbauer, Mirjam Springer, Kirsten Wagner und Winfried Woesler

Rezensionen von: Jens Kloster, Marc Reichwein, Christina Riesenweber und Nils Rottschäfer

Das Topographische, der Bezug auf Räume und Orte, auf Regionen und Landschaften, hat seit einigen Jahren in unterschiedlichen Disziplinen – vor dem Hintergrund von Globalisierung, digitaler Revolution und tief greifender geopolitischer Veränderungen u.a. im Zusammenhang mit der Neuordnung Europas – neue Aufmerksamkeit erlangt. Dies weist deutliche Analogien zu der Zeit der Annette von Droste-Hülshoff auf, zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Im Spannungsfeld zwischen Revolution und Restauration, Biedermeier und Vormärz bestimmten Brüche, Einschnitte und Transformationen maßgeblich die Signatur einer Epoche, in der – hervorgerufen durch vielfältige politisch-territoriale und gesellschaftliche Veränderungen – Räume, Grenzen und Ordnungen einem raschen und ständigen Wandel unterzogen waren.
Das Werk Annette von Droste-Hülshoffs ist in signifikanter Weise gekennzeichnet von Bezügen zu Räumen, zu Orten und zu Landschaften. Dieser Befund steht auch am Anfang einer Rezeptionsgeschichte, die Droste plakative Zuschreibungen wie »Westfälische Heidenachtigall« und das Klischee einer weltfremden, konservativen Heimatdichterin einbrachte. Sie selbst hat sich in ihrem literarischen Werk und Briefkorpus in vielerlei Hinsicht räumlich orientiert, expliziert und verortet. Dies bezieht sich nicht allein auf die heimatliche Umgebung des Münsterlandes, sondern gleichermaßen auf diejenigen Regionen, die sich die Droste als Reisende erschlossen hat, wie z. B. die Bodenseeregion mit den Orten Meersburg und Eppishausen. In den Blickpunkt rücken die lyrischen Westfalen- und Bodenseebilder ebenso wie die landschaftsbezogenen Prosawerke und die Reiseschilderungen in ihren Briefen. Dabei haben ihre raum- und ortsbezogenen Texte eine zentrale Gemeinsamkeit: Sie stellen kaum einmal ein beschauliches, idyllisierend-affirmatives Landschaftsbild her, sondern es sind in ihnen stets die Brüche, die Irritationen und die Abgründe eingeschrieben.
Der vorliegende Band dokumentiert das Kolloquium »Raum. Ort. Topographien der Annette von Droste-Hülshoff«, das vom 17. bis 20. Mai 2007 in Meersburg stattfand. In vierzehn Beiträgen wurde den Repräsentationen, Motiven und Funktionen von Raum und Räumlichkeit in Leben und Werk der Annette von Droste-Hülshoff nachgegangen und deren Aneignung, Prägung und Wirksamkeit im Hinblick auf die Autorin umfassend neu konturiert.

›Transformationen‹.

Titel: Tagung zum Abschluss der Historisch-kritischen Droste-Ausgabe
Zeit: 13. bis 14.07.2001
Ort: Vortragssaal des Westfälischen Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte, Münster, Domplatz 10
Veranstalter: Literaturkommission für Westfalen in Verbindung mit der Universität Osnabrück, der Universitätsgesellschaft Osnabrück und der Droste-Gesellschaft, Münster.
Konzeption: PD Dr. Ortrun Niethammer (Universität Osnabrück) mit Dr. Walter Gödden, Dr. Jochen Grywatsch (Literaturkommission für Westfalen, Landschaftsverband Westfalen-Lippe) und Dr. Bernd Kortländer (Heinrich-Heine Institut, Düsseldorf).

Beschreibung: Das Bild der Öffentlichkeit von Annette von Droste-Hülshoff hat sich in den letzten Jahren wesentlich gewandelt. Im Mittelpunkt steht heute nicht mehr die katholisch-westfälische Heimatdichterin, sondern die weltoffene, moderne Autorin. Dieser Ablösungs- und Neuerungsprozess, diese Um- und Neuformulierung ist im Titel der Tagung, ›Transformationen‹, angesprochen. Die Historisch-kritische Ausgabe markiert einen wichtigen Meilenstein in der wissenschaftlichen Erschließung des Werks der Droste. Nach über 20 Jahren Forschungsarbeit ist das von Winfried Woesler herausgegebene editorische Großprojekt nun fertiggestellt und es soll Bilanz gezogen werden. Ergebnisse und Wirkungen sollen übergreifend dokumentiert und analysiert werden, sowohl aus spezifisch editionsphilologischer Sicht (im Kontext vergleichbarer Editionen) als auch aus allgemein literaturwissenschaftlicher (im Bezugsrahmen der Literatur der Droste-Zeit). Es wird dabei unter anderem die in der Editionswissenschaft aktuell diskutierte Frage aufgeworfen, ob die kosten- und arbeitsintensiven historisch-kritischen Ausgaben - bei aller Wertschätzung der philologischen Grundlagenforschung - noch zeitgemäß sind oder ob nicht auch wissenschaftliche Studienausgaben hinreichende Arbeitsergebnisse liefern. Solche Entscheidungen sind insofern relevant, als sie erhebliche Auswirkungen auf den literarischen Kanonisierungsprozess haben. Historisch-kritische Ausgaben werden nur einigen ausgewählten Autoren ›zugestanden‹, während durch weniger aufwendige Forschung ein breiteres Feld abgedeckt werden kann. Vor diesem Hintergrund soll danach gefragt werden, welchen Wert historisch-kritische Forschung über die positivistische Faktensicherung hinaus für die Interpretation der Werke hat. Ermöglicht die detailgenaue Dokumentation einen nennenswerten Zuwachs an interpretationsrelevanten Gesichtspunkten oder belastet sie gar den Zugang zu einem Text? Dank gilt den Referentinnen und Referenten, die diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.

Publikation: Tranformationen. Texte und Kontexte zum Abschluss der Hist.-kritischen Droste-Ausgabe. Hg. von Ortrun Niethammer. Bielefeld: Aisthesis 2002.

Nach über 20-jähriger Forschungsarbeit liegt die Historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke und Briefe von Annette von Droste-Hülshoff vollständig vor. Das von Winfried Woesler herausgegebene editorische Großprojekt markiert einen wichtigen Meilenstein in der wissenschaftlichen und auch populären Erschließung ihres Œuvres. Es hat in erheblicher Weise zum Wandel des heutigen Droste-Bildes beigetragen, bei dem nicht mehr die katholisch-westfälische Heimatdichterin, sondern die weltoffene, moderne Autorin im Mittelpunkt steht.

Der vorliegende Band dokumentiert die Beiträge eines Festaktes und einer Tagung, die im Juli 2001 in Münster stattgefunden haben. Zu der kritischen Würdigung haben sowohl Mitarbeiter der Ausgabe als auch externe Fachleute beigetragen. Dazu gehören u.a. Barbara Hahn, Renate von Heydebrand, Annette Hülsenbeck, Walter Jaeschke, Lothar Köhn, Rosl Kuhlmann, Bernd Kortländer, Günter Oesterle, Ernst Ribbat, Manfred Schneider und Martina Wagner-Egelhaaf.

Droste-Tage

2017

Titel: Droste-Tage 2017
Zeit: 25. bis 27. August 2017
Ort: Burg Hülshoff, Havixbeck
Veranstalter: Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung

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» Pressemitteilung vom 17.08.17: "Droste-Tage 2017" auf Burg Hülshoff

26.08.2017 | 11.00 Uhr | Burg Hülshoff
»Sehnsucht in die Ferne. Reisen mit Annette von Droste-Hülshoff« Szneografische Ausstellung
Insgesamt neun Jahre ihres Lebens war Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) unterwegs, und etwa die Hälfte ihres literarischen Werks entstand während auswärtiger Aufenthalte vom Paderborner und Höxteraner Land bis zum Bodensee. Viel weiter noch reiste die für ihre Landschaftsgedichte berühmte Autorin aber im Kopf – inspiriert von Lektüren und Gesprächen, getrieben von Fernsucht und der eigenen dichterischen Phantasie.

Die Ausstellung lässt die Besucher und Besucherinnen eintauchen in Landschaften, wie Droste sie unterwegs kennenlernte und beschrieb. Präsentiert werden bisher nie gezeigte Exponate und Handschriften in spannenden, multimedial inszenierten Räumen. Die Bedingungen, unter denen Drostes Reisen stattfand, bieten faszinierende Einblicke in das Leben einer adligen schreibenden Frau zwischen Beschränkung und Selbstbestimmung und zeigen die rasanten gesellschaftlichen und technischen Umbrüche ihrer Zeit.

26.08.2017 | 12.30 bis 19.00 Uhr | Burg Hülshoff
»hier! Literaturland westfalen: regional, international« Kulturfestival
Der Auftakt des Festivals ist eingebettet in die von der Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung ausgerichteten Droste Tage. In Anlehnung an den Festivaltitel hier! widmen sie sich dieses Jahr der Sehnsucht nach Ferne als auch nach Geborgenheit, die immer wieder als Thema im Leben und Schaffen der Droste auftauchen. An allen drei Tagen wird die Performance »NICHTHIER« in der Vorburg aufgeführt. Am 26. August wird die Ausstellung »Sehnsucht in die Ferne. Reisen mit Annette von Droste-Hülshoff« eröffnet.

25.08.2017 | 20.00 Uhr | Burg Hülshoff | Uraufführung
26.08.2017 | 20.00 Uhr | Burg Hülshoff
27.08.2017 | 20.00 Uhr | Burg Hülshoff
»Nicht hier« Eine musikalische Performance zu verorteten Erinnerungen – auch Heimat genannt
NICHTHIER beschäftigt sich mit einer unter Künstler*innen weit verbreiteten Sehnsucht nach anderen Orten, Orten, die gleichzeitig Heimat, Ankommen, Zugehörigkeit, aber auch Aufbruch, Inspiration, Reibung und Erfolg verheißen. Wo liegt der »richtige« Ort des Schaffens, wo springt der Motor an? »Schneckenhäuschen« — so nannte die westfälische Dichterin, Annette von Droste-Hülshoff, ihr Wohnzimmer, in das sie sich zurückzog, um zu schreiben, zu lesen, zu dichten oder einfach in den Tag hinein zu träumen. Biografische Statements westfälischer Künstler*innen über Sesshaftigkeit, Stadtlohn, Heimat, Sehnsucht, Paris, Bocholt, New York, Recklinghausen, Olfen, Ägypten, Marl, Einsamkeit und Weggehen werden mit dem Leben und Werk Annette von Droste-Hülshoffs verwoben. »Heimat« wird ebenso wie »Fremde« als Sehnsuchtsort erkennbar und die Melancholie des Nicht-Ankommens als eigentlich menschliche Bestimmung gezeichnet.

Bildnachweis: Burg Hülshoff, Flyer Droste-Tage 2017, © Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung/H. Humberg

2016

Titel: Droste-Tage 2016
Zeit: 11. bis 14. August 2016
Ort: Burg Hülshoff, Havixbeck
Veranstalter: Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung

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11.08.2016 | 20.00 Uhr | Burg Hülshoff + weitere Termine
»Mutter, lügen die Förster?« von Judith Kuckart nach Die Judenbuche von Annette von Droste-Hülshoff
Recht und Unrecht liegen nicht weit auseinander im Westfalen der Annette von Droste-Hülshoff. Das lernt Friedrich Mergel, der in ärmlichen Verhältnissen aufwächst, schon als kleiner Junge. Sein Vater, ein Alkoholiker, stirbt früh und seine Mutter gibt ihn in die Obhut ihres Bruders, der in die großen Holzdiebstähle verstrickt zu sein scheint, die das Dorf beunruhigen. Nicht zufällig fällt der Verdacht auf Friedrich, als ein jüdischer Händler ermordet wird. Doch was wahrscheinlich ist, ist nicht unbedingt wahr.

Die Schriftstellerin und Regisseurin Judith Kuckart inszeniert die berühmte Novelle »Die Judenbuche« der Annette von Droste-Hülshoff in einer eigenen Adaption in den Gebäuden und auf dem Gelände der Burg Hülshoff, wo Annette von Droste-Hülshoff geboren wurde und aufwuchs.

14.08.2016 | 16.00 Uhr | Burg Hülshoff
»Durchwachte Nacht« Open-Air-Konzert
Im Zentrum des Konzerts steht Annette von Droste-Hülshoffs Gedicht Durchwachte Nacht. Der Drensteinfurter Komponist Matthias Bonitz hat den Text der Autorin vertont und wird seine Komposition der Durchwachten Nacht im Rahmen des Konzertes zur Uraufführung bringen. Dem Droste-Gedicht beiseite gestellt hat Bonitz dabei Emmy Hennings (1885–1948) Gedicht »Ich bin so vielfach in den Nächten«. Die Uraufführung bildet den Höhepunkt des Open-Air-Konzertes vor der malerischen Kulisse der Wasserburg Hülshoff. Thematisch hinführen wird Bonitz seine Zuschauer mit einem eigens zusammengestellten und von ihm moderierten Konzertprogramm, das mit Kompositionen von Rodrigo, Mendelssohn, Tschaikowsky und anderen unterschiedliche Facetten der Nacht aufblättert.

Bildnachweis: Burg Hülshoff, Flyer Droste-Tage 2016, © Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung/Marcel von der Heide

2015

Titel: Droste-Tage 2015
Zeit: 7. bis 9. August 2015
Ort: Burg Hülshoff, Havixbeck
Veranstalter: Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung

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7.08.2015 | 20.30 Uhr | Burg Hülshoff
8.08.2015 | 20.30 Uhr | Burg Hülshoff
»Droste 700 Quadrat« Ein Raumerlebnis mit Werken der Droste
Zum Auftakt der Droste-Tage präsentieren der Münsteraner Regisseur und Schauspieler Harald Redmer und sein Ensemble von Sprechern, Musikern, einem Chor und vielen kleinen Lautsprechern eine eigene Lesart und Hörart der Texte von Annette von Droste-Hülshoff. Die Uraufführung von »Droste 700 Quadrat« wird in der Vorburg der Burg Hülshoff, dem ehemaligen Stallungsgebäude des Anwesens, zu sehen und hören sein.
Vermeintliche Beschaulichkeit und Heimat-verbundenheit im Werk der Droste steht hier im Kontrast zur rohen Dimension des Raumes. »Droste 700 Quadrat« ist der Größe, der Weite, dem Monumentalen im Werk der Droste auf der Spur.Die besondere Kraft und die über die Zeit hinaus reichende Bedeutung der Droste-Texte werden in der ‚großen Form‘ neu begreiflich.

 

 

8.08.2015 |16 Uhr| Burg Hülshoff, Ausstellungspavillons im Park
Federlesen. Ein Bilderzyklus zu Texten der Annette von Droste-Hülshoff.
Der Maler, Grafiker und Illustrator Michael Blümel (*1967 in Bad Mergentheim) beschäftigt sich vordringlich mit Themen der Literatur und hat zu vielen Autoren der Gegenwart und Vergangenheit gearbeitet. Einen besonderen Schwerpunkt bilden dabei seine Arbeiten zu Annette von Droste-Hülshoff. Auf Burg Hülshoff präsentiert der Künstler eine Auswahl von Illustrationen und Grafiken, die von seiner intensiven kreativen Auseinandersetzung mit dem Werk der Dichterin zeugen.

9.08.2015 | 17 Uhr | Burg Hülshoff
Hülshoffer Sommerkonzert Open-Air-Konzert
Das Hülshoffer Sommerkonzert ist nach Annette von Droste-Hülshoffs Gedicht „Mondesaufgang“ benannt. Tages - und Jahreszeiten bilden die Gedankenlinien des 1. Konzertteils, der mit Edward Elgars „Chanson de Matin“ beginnt und über mehrere Stationen hin zu Astor Piazzollas „Invierno porteño“ das Ende dieser Lebensreise durch Tages- und Jahreszeiten beschreibt.
Der zweite Teil steht unter dem Thema Mond, Nacht und Traum. Dort wird die Nacht selbst, der Abend, ein Engel, der Mondschein und der Traum thematisiert. Das Konzert mündet in die Uraufführung „Mondesaufgang“ von Matthias Bonitz nach Gedichten von Annette von Droste Hülshoff im Kontext der Gedichte „Ein Engel fragt“ und „Er verschwebt“ von Hans Arp aus „Mondsand“, erschienen 1960 im Günther-Neske- jetzt Klett-Cotta Verlag, Stuttgart.

Bildnachweis: Burg Hülshoff, Flyer Droste-Tage 2015, © Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung/H. Humberg

2014

Titel: Droste-Tage 2014
Zeit: 18. bis 20. Juli 2014
Ort: Burg Hülshoff, Havixbeck
Veranstalter: Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung

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18.07.2014 | 20 Uhr | Burg Hülshoff
19.07.2014 | 20 Uhr | Burg Hülshoff
»Du bist nicht ich.« Ein literarisches Zwiegespräch.
Annette von Droste-Hülshoff und Judith Kuckart.

In einer szenischen Lesung stellt die Annette-von-Droste-Hülshoff-Preisträgerin Judith Kuckart eigene Texte ausgewählten Gedichten, Prosatexten und Briefen der Droste gegenüber. Das gemeinsame Thema der Texte ist die Sehnsucht nach Heimat, nach Geborgenheit in der westfälischen Landschaft und bei ihren Menschen. Es entsteht ein Gespräch über die Zeiten hinweg, das den Zuhörer auffordert, jenseits der Zeitgebundenheit der Texte die Gemeinsamkeit der Gedanken und Gefühle zu entdecken.

20.07.2014 | 17 Uhr | Burg Hülshoff
Open-Air-Konzert
Das Konzert, das vor der malerischen Kulisse der Burg und des Parks stattfindet, spannt einen weiten Bogen und präsentiert ein vielseitiges Programm. So werden unter anderem Werke von Mahler, Schubert und Tschaikowsky in Bearbeitung für Gesang und Cello-Quartett präsentiert. Außerdem hält der Abend zwei besondere Höhepunkte bereit: Die Uraufführung der Neuvertonungen des bekannten Droste-Gedichts Der Weiher und des Gedichts Schöner See Wasseraug von Sarah Kirsch. Der Komponist Matthias Bonitz führt durch das Programm.

Bildnachweis: Burg Hülshoff, Flyer Droste-Tage 2014, © Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung

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Droste-Tage 2017

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Herausgeber:
Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung
Burg Hülshoff
Schonebeck 6
D - 48329 Havixbeck
Konzept:
Dr. Jochen Grywatsch
Redaktion und Gestaltung, Bildbearbeitung:
Helmut Buntjer
Copyright:
Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung©

Droste-Tage 2016

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Herausgeber:
Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung
Burg Hülshoff
Schonebeck 6
48329 Havixbeck
Konzept:
Dr. Jochen Grywatsch
(LWL-Literaturkommission für Westfalen)
Fotografie:
Ralf Emmerich
Gestaltung und Redaktion:
Sonja-Anna Lesniak (nach Entwürfen von Eva Poensgen)

Droste-Tage 2015

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Herausgeber:
Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung
Burg Hülshoff
Schonebeck 6
48329 Havixbeck
Konzept:
Dr. Jochen Grywatsch
(LWL-Literaturkommission für Westfalen)
Gestaltung:
Eva Poensgen
(LWL-Literaturkommission für Westfalen)
Redaktion:
Kristina Diall
(LWL-Kulturstiftung)

"Süße Ruh, süßer Taumel im Gras". Westfälischer Droste-Sommer 2013

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Herausgeber:
Droste-Forum e.V.
Schöppingenweg 59
48149 Münster
Projekt:
Dr. Jochen Grywatsch (Idee, Konzept, Texte)
Dr. Jens Kloster (Konzept, Texte)
Dr. Ortrun Niethammer (Didaktikbeilage)
Robert Ward (Gestaltung)
Anna-Lena Böttcher (Mitarbeit)
Broschüre:
Dr. Jochen Grywatsch (Konzept und Texte)
Sonja-Anna Lesniak (Gestaltung und Redaktion)

Bildnachweis:
Rüschhaus, © Stephan Sagurna