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Aufgeblättert. Entdeckungen im Westfälischen Literaturarchiv.

Reihe Archivfunde.

Die Publikationsreihe erscheint seit 2012 in Zusammenarbeit mit dem LWL-Archivamt für Westfalen. Sie präsentiert Einblicke in Bestände des Westfälischen Literaturarchivs.

Band 1

Jochen Grywatsch: Wortgefüge. Sinngebung, Formschaffen. Die verborgene Literatur des Werner Warsinsky.

Bielefeld: Aisthesis 2012.
ISBN 978-3-89528-901-9

Werner Warsinsky (1910-1992) wurde 1953 für seinen Roman Kimmerische Fahrt mit dem erstmals vergebenen Europäischen Litertaurpreis ausgezeichnet. Der nur selten öffentlich hervorgetretene Autor aus Lünen/Westfalen hat einen reichen Nachlassbestand hinterlassen, der ihn als vielseitigen und lebenslang tätigen Schriftsteller ausweist.

Inhalt

-Unverhoffte Dichterehren. Werner Warsinsky tritt in die literarische Öffentlichkeit.

-Schreiben als Lebenselixier. Der Nachlass offenbart ein reiches und fortwährendes literarisches Schaffen.

-Odyssee des modernen Menschen und großer tragischer Wurf. Die Kimmerische Fahrt gewinnt den europäischen Literaturpreis 1953.

-Zurück in die Eihaut meines verborgenen Werdens und Wirkens. Wer (und wie) war Werner Warsinsky?

-Eine neue Klassizität und Gewissen der Welt. Poetologische Orientierung rückwärts.

-Literatur für die Schublade. 22 Fassungen der Gläsernen Grenze und kein Ende.

-Das schöne Nichts prismatischer Träume – was bleibt?

Band 2

Walter Gödden, Michael Kienecker, Christoph Knüppel: Welt und Ich. Neue Peter-Hille-Funde.

Hrsg. von Jochen Grywatsch. Bielefeld: Aisthesis 2015.
ISBN 978-3-8498-1095-5

Der Autor und Bohmien Peter Hille (1854-1904) gehört zu den wichtigen Stimmen des literarischen Impressionismus. Mit seinen oft schwer entzifferbaren Manuskripten ist er zeitlebens sehr sorglos umgegangen. Der vorliegende Band kann dem bisher bekannten Textkorpus Hilles eine ganze Reihe neuer Funde hinzufügen. Sie stammen aus der Sammlung Joachim Maas, der diese Schätze in jahrzentelangem Sammeleifer zusammengetragen hat und den Bestand 2011 dem Westfälischen Literaturarchiv übergab.

 

 

 

 

 

 

Inhalt

Einleitung

Lyrik

- Brautseele
- Ein Mägdlein steht am Fenster [Das Vergißmeinnicht, v. 50-67]
- Maienfrühe
- Seegesicht
- Winterstiefel
- Tastende Tage
- Strampelode
- Meiner Erde
- Von einer zu der andern Trift. Soziale Vers

Aphoristik

- Tafel des Geistes. Aphorismen

Prosa

- Verschlummert
- Ahasver-Veronika
- Über Ferdinand von Schill
- Über den Krieg und Über die Ehe

Essayistik

- Urgründe des Antisemitismus

Widmungen

- Buchwidmungen

Briefe

- Brief von Johannes Schlaf an Peter Hille, 23.09.1901.

Anmerkungen

 

 

Band 3

Walter Gödden: bibliophil, engagiert, einzigartig – Große Literatur in kleinen Verlagen

Hrsg. von Jochen Grywatsch. Bielefeld: Aisthesis 2015. (Sonderband)
ISBN 978-3-8498-1125-9

Dieses Begleitbuch zur Ausstellung "bibliophil, engagiert, einzigartig – Große Literatur in kleinen Verlagn" macht erstmals auf die große Zahl westfälischer Autoren aufmerksam, die abseits des kommerziellen Mainstreams in kleinen bibliophilen Verlagen veröffentlichten. Dabei fällt immer wieder der Name Viktor Otto ("V.O.") Stomps, in dessen Eremiten-Presse seit den 1950er Jahren Autoren debütierten, die später die Literaturgeschichte mitprägten. Aber auch die experimentelle Literatur und die Underground-Literatur sowie aktuelle verlegerische Initiativen kommen zu Wort. Vorgestellt werden viele Raritäten und Kuriosa, die heute weitgehend vergessen sind.

Inhalt

- Be bibliophil!
- Hugo Ernst Käufer/Paul Karalus: Poemes (1952)
- Ernst Meister: Unterm schwarzen Schafspelz (1953)
- Hans Dieter Schwarze: Flügel aus Glas (1954)
- Ernst Meister: Dem Spiegelkabinett gegenüber (1954)
- Paul Schallück / Jens Baggesen: Q3 und die Hohe Straße (1956)
- Poetisches Taschenheft (1956)
- Streit-Zeit-Schrift [der Eremiten-Presse] zum Thema "Dativ" (1956)<
- Hans Dieter Schwarze: Clowns (1959)
- Heinrich Ost: Wind wäre angenehm (1960)
- Reinhard Döhl: Missa Profana (1962)
- Paul Schallück: Hohe festliche Versammlung (1966)
- Paul Schallück: Gesichter. Berlin (1967)
- Paul Schallück: Orden (1967)
- Hugo Ernst Käufer: Käufer-Report (1968) / Zeitschrift "Pro" (1966)
- Klaus Burkhard / Reinhard Döhl: rot 40. Poem structures in the looking glass. typografische figurationen (1969)
- Otto Jägersberg: Der Waldläufer Jürgen (1969)
- Jürgen Schimanek: Na, komm! Babetts schwerer Weg ins Glück (1969)
- Max von der Grün: Urlaub am Plattensee (1970)
- SJ Schmidt: Visuelle Poesie. Thesen und Texzyklus. AVA-Manifest 1 (1970) / traktat über das wort (1972) / volumina I-V (1970 bis 1975)
- Klaus-Peter Wolf: Mein Freund Pinto (1972)
- Max von der Grün: Am Tresen gehen die Lichter aus (1972)
- Zeitzeichen. Grafik von H.D. Gölzenleuchter, Texte von Rudi Bergmann, Ulla Hahn und Richard Limpert u.a. (1974)
- Werner Streletz: Der ewige Säufer (1975)
- Paul Schallück: Countdown zum Paradies (1976)
- Karl Riha: Wurst aus Westfalen (1977) / Reinhard Koehler: Contratexte. Hg. von Angela Koehler und Karl Riha (1988).
- Michael Klaus: Ganz normal. Gebrauchs-Gedichte (1979) / Gedichtblätter mit Zeichnung von Peter Werner Reski (o. J.) / "Können Sie mich so akzeptieren?" Gedichte (1983)
- Otto Jägersberg: Empörte Frauen. Eremiten-Kalender auf das Jahr 1981 (1981)
- Horst Dieter Gölzenleuchter: Die wunderbare Verwandlung eines Ordnungshüters (1986)
- Hellmuth Opitz: Die Städte leuchten (1986)
- Karl Riha: lie/bes/ka/len/da/ri/um. Vom ersten Ersten bis zum zwölften Zwölften (1988) / So zier so starr so form so streng. 14 Text- und 9 Bildsonette (1988)/ Was ist mit mir heute los (1994)
- SJ. Schmdt: luftschiffahrt. eine briefpartitur (1988) / Gedichte ( 2001) / Latemar (1990)
- Hans Georg Bulla: Verlorene Gegenden Gedichte (1990)
- Jürgen Schimanek: Heda, Holla, Batzelohna! (1992)
- Mechthild Curtius & Olav Hauke: Miniaturen und Mücken etc. Erzählungen (1993)
- Michael Klaus: Schlaflose Nacht (1994)
- Marc Degens: Schöner lesen (1996)
- Hans Georg Bulla: Flügel über der Landschaft (1997) / Was kommen wird (2001) / Ins schwarze Heft (2009)
- Hans Georg Bulla: Stimmen im Depot ( 2000) / Stürzen (2011)
- Adrian Kasnitz: Lippenbekenntnisse (2000)
- Arnold Leifert: Bleibt zu hoffen der Schnee (2002)
- Jürgen Schimanek: Mafiagedichte, notariell geprüft und beglaubigt (2010)
- SJ Schmidt: an den windstillen vorbei (2010) / lebenslisten (2013)
- Adrian Kasnitz: Sag Bonjour aus Prinzip (2013)
- Wolfang Welt: Fischsuppe (2014)
- Heinrich Ost: Auf dem Libellenfriedhof (2015)

Anhang
- Otto Jägersberg: Armlang gearbeitet und handlang gehandelt. Anmerkungen zur Stierstädter Bleizeit
- Paul Schallück: Autoren und ihre Verleger. V. O. Stomps
- Paul Schallück: Einladung aufs Schloss
- Adrian Kasnitz: Warum Kleinverlage?
- Marc Degens: Der SuKuLTur Verlag
- Literaturzeitschriften in Kleinverlagen


[SIC]
Das Richtungsding
Das Schreibheft. Zeitschrift für Literatur
Am Erker. Zeitschrift für Literatur
roterfadenlyrik Edition Haus Nottbeck

 

Band 4

Arnold Maxwill: Bilder, Schriftbilder, Sprachspiele – Heinrich Schürmann.

Hrsg. von Jochen Grywatsch. Bielefeld: Aisthesis 2017.
ISBN 978-3-8498-1212-6

Das spielerische Experiment stand immer im Vordergrund: Das hatte den gelernten Maler Heinrich Schürmann (1940-2008) bereits zum Besuch der Werkkunstschule veranlasst. Spät kam neben bildkünstlerischen Arbeiten die Literatur hinzu: Schriftbilder. Die Verflechtungen zwischen dem Niederdeutschen und der Visuellen Poesie sind im Werk kaum voneinander zu trennen. Es sind kleinste Wort- und Lauteinheiten, mit denen gearbeitet wird, die in Collagen und Montagen auftauchen, verfremdet, neu betrachtet werden. So entstehen Text-Bild-Konstellationen. Der Nachlass bietet Einblicke in Schürmanns Werkstatt zwischen Pinsel, Linoldruck und Photoshop.

Inhalt

- Eingang: Die Neigung zum Experiment

- Biografie: Kinners, wo bliw de Tëit

- Anfänge: Ein junger Künstler, ein älterer Mann

- Frühe Gedichte: Gedankenblitze & Luftpost

- Textwerkstatt: Die Lust auf Handwerk

- Erster Bilderdienst: klipp klapp dat app

- Visuelle Poesie: Typografie & Komposition

- Zweiter Bilderdienst: üm un üm un üm

- Der Bastler: Buchstaben, Schrift & Bilder

- Dritter Bilderdienst: an un fö sick af un an

- Der Preisträger: Vom Pinsel zu Photoshop

- Vierter Bilderdienst: ümmers nen oulenspeigel

- Der Vermittler: Was fällt euch dazu ein?

- Der Nachlass: Was das Archiv erzählt

- Ausgang: Anmerkungen, Inhalt, Dank

Band 5

Walter Gödden, Jochen Grywatsch, Thomas Strauch: Seltsame Tiere – Das literarische und künstlerische Werk des Jürgen Schimanek

Hrsg. von Jochen Grywatsch. Bielefeld: Aisthesis 2017.
ISBN 978-3-8498-1228-7

Der 'Totalkünstler' Jürgen Schimanek (1939-2014) war ein Enfant terrible. Er schrieb verrückte Romane, hunderte Gedichte (die in der taz erschienen), komponierte im Stil von John Cage und hinterließ ein uferloses bildnerisches Werk, das nicht zuletzt Stationen seiner Weltenbummelei widerspiegelt – er lebte jahrelang in den Tropen, bereiste aber auch asiatische und südamerikanische Länder. Ende der 1980er Jahre ließ er sich in Gelsenkirchen nieder, war hier Mitbegründer der Fegefeuer Press und trat mit zahlreichen, oft ›schrägen‹ Aktionen an die Öffentlichkeit. Fortan erschienen seine Texte unter anderem auf Autoreifen, Plastikherzen, Schmiergelpapier, Urinbeuteln und in großformatigen, nachkolorierten Tapetenbüchern. Kurzum: Ein Künstler, für den es keine Grenzen gab. Die vorliegende Veröffentlichung stellt die Lebensstationen und vielfältigen Talente des Autors vor und lässt auch seine künstlerischen Wegbegleiter – den Autor Otto Jägersberg und den bildenden Künstler Peter Hölscher – zu Wort kommen. Einen Schwerpunkt bilden dabei Schimaneks afrikanische Jahre und seine skurrilen Tierdarstellungen. Wer kann sich zum Beispiel etwas unter einem Schuhschnabeltier, einem Schwartenmolch, einer gestachelten Kuhschlange oder einer rotbraunen Tageule vorstellen?

Inhalt

- Vorwort

- Leben von Walter Gödden 

- Mein Freund Schimo von Otto Jägersberg

- Literarisches Werk von Walter Gödden

- Selbstbildnisse

- Seltsame Tiere

- Schimanek oder ›das Hirn der Finsternis‹ von Thomas Strauch

- Künstlerbuch Afrika

- Künstlerbuch aus Samoa

- Buchdeckel, Pappen, Leporellos

- Die Gelsenkirchener Jahre von Jochen Grywatsch

- Interview mit Peter Hölscher von Walter Gödden

- Objekte

- Mit offenem Mund. Tafelmusik

- Klatsch- und Patschgedichte

- Aufgespießte Satiren

- Stempeleien

- Schimaneks Kolumnenkosmos in der ›taz‹ von Eva Poensgen

- Bild und Text

- Anmerkungen

In Vorbereitung

Kerstin Mertenskötter: Im »Nachlaß, ›endlich‹ entdeckt werden«. Die Schriftstellerwissenschaftlerin Ingrid Kreuzer/ Angelika Jakob

Hrsg. von Jochen Grywatsch. Bielefeld: Aisthesis 2019.

Dieser Band stellt gleich zwei Funde aus dem Westfälischen Literaturarchiv vor, die untrennbar miteinander verbunden sind: das Leben und Werk der Literaturwissenschaftlerin, Kunsthistorikerin und Archäologin Ingrid Kreuzer und das Schaffen ihres literarischen Alter Ego Angelika Jakob. Neben ihren wissenschaftlichen Beiträgen finden sich Zeugnisse langjähriger Freundschaften zu Karl Riha, Käte Hamburger, Fritz und Ruth Martini sowie Briefwechsel etwa mit Hilde Domin. Das schriftstellerische Oeuvre erscheint ebenso vielseitig: Neben Lyrikbänden, Erzählungen und einem Romanentwurf erhielt, Angelika Jakob vor allem für ihre fiktive Biografie Annette von Droste-Hülshoffs viel Aufmerksamkeit.

»Bunt und duftend allerdings ist dein Text, auch er könnte, vermutlich in deinem Nachlaß, endlich 'entdeckt' werden. Ist ein Autor nämlich erstmal aus dem Rennen ausgeschieden, entbindet ihn das von der Verpflichtung, an flüchtigen zeitgenössischen Tendenzen teilzunehmen. Zu spät abgehen darf er natürlich wiederum nicht, denn dann sind seine Typoskripte zerbröselt.«

(INGRID KREUZER / ANGELIKA JAKOB, in: Schriftstellerwissenschaftler. Erfahrungen und Konzepte, hgg. von Peter Gendolla und Karl Riha, Heidelberg 1991, S. 85)